wolkig bis heiter

Gedanken zwischen Wolken und Licht

Beim Blättern in einem Gedichtband von Charles Bukowski blieb ich an einem Gedicht über eine Leerstelle im Herzen hängen – einen Ort, der sich selbst in den schönsten Augenblicken des Lebens nicht ganz füllen lässt. Dieser Gedanke ließ mich nicht mehr los.

Ich lese darin die Sehnsucht nach einer tiefen Verbindung. Mitten in unserem oft verwüsteten Herzen scheint es einen Raum zu geben, der sich nicht einfach schließen oder füllen lässt.

Was ist, wenn diese „Leere“ nicht gefüllt werden will? Was ist, wenn sie die Voraussetzung dafür ist, dass wir überhaupt mit dem in Berührung kommen, wonach wir uns im Tiefsten sehnen?

In einem Buch der britischen Mystikerin Irina Tweedie begegnete mir zu diesem Thema ein Gedanke, der mich tief berührt hat. Sie schildert eine Erfahrung tiefer Verbundenheit, in der das eigene Ich in den Hintergrund tritt. Was zunächst wie Leere erscheinen mag, wird zu einer stillen Fülle. In dieser Erfahrung fehlt nichts; vielmehr entstehen tiefer Friede und ein Gefühl umfassender Verbundenheit.

Für Irina Tweedie liegt darin ein großes mystisches Geheimnis: dass gerade dort, wo wir scheinbar nichts finden, eine tiefe Fülle erfahrbar werden kann.

Vielleicht ist die Leere, vor der Bukowski steht, dieselbe Leere, die Irina Tweedie als einen Raum der Fülle beschreibt. Nicht die Leere selbst verändert sich – sondern unsere Art, ihr zu begegnen.

Habe ich den Mut, die Leere auszuhalten?

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