wolkig bis heiter

Gedanken zwischen Wolken und Licht

Es wirkt erdrückend, wenn ich an heißen Tagen in der Glut der Mittagssonne durch die Straßen laufe. Um diese Zeit geht niemand freiwillig hinaus. Die Luft ist so schwer, dass ich kaum atmen kann.

In solchen Momenten erscheint die Natur leer und schal. Der staubtrockene Boden gleicht einer Wüste – einer Wüste, die ich auch in mir trage. Ich kann keine Verbundenheit spüren.

Die aufgereihten Strohballen auf den vertrockneten Feldern erfüllen mich mit Melancholie. Nicht, weil sich der Sommer langsam dem Ende zuneigt, sondern weil etwas in mir austrocknet. All die enthusiastischen Gefühle sind verglommen. Dieser Sommer lastet schwer auf mir. Alles wirkt öde und trostlos. In dieser Zeit der Dürre vertrocknet etwas in meinem Inneren, und ich selbst fühle mich ausgedörrt. Wo ist die Leichtigkeit geblieben? Wo sind diese angenehmen, hoffnungsvollen Gefühle?

Die heiße Sonne scheint alles Hoffnungsvolle, das der Frühling hervorgebracht hat, auszutrocknen. Die Farben verblassen. Wo einst alles grün war, sehe ich nur noch Gelb und Braun.

Bis tief in die Nacht erfüllen Stimmen und Geräusche die Luft, und schon lange vor fünf Uhr morgens weckt mich das Zwitschern der Vögel. Es gibt so wenig Stille in dieser hellen, heißen Jahreszeit. Der Sommer lässt mir kaum Raum für das In-sich-Gehen. Er drängt sich auf, mit seiner Helligkeit, seiner Hitze und seiner Unruhe. Und gerade dann sehne ich mich nach Schatten – draußen wie in mir.

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