„Verbissenheit ist das, was manchmal lähmt.“
Dieser Satz aus einem Song inspiriert mich zu folgendem Gedanken:
Wie oft versuche ich dem Leben vorzuschreiben, wie es sein soll. Welchen Weg die Dinge gehen, wie sie sich entwickeln und zu welchem Zeitpunkt sie geschehen sollen. Doch reicht mein Blick überhaupt weit genug, um das Ganze zu überblicken? Welche Kräfte wirken im Verborgenen, wenn ich versuche, den Lauf des Lebens nach meinem Willen zu lenken?
Kann ich den Fluss des Lebens wirklich aufhalten oder gar nach meinem Willen umlenken? Welch gewaltiger Kraftakt. Und am Ende bleibt die Frage: Lohnt es sich überhaupt, mit aller Verbissenheit einzugreifen oder lähmt mich diese Verbissenheit sogar?
Es bleibt noch eine andere, viel spannendere Frage: Was wäre geschehen, wenn ich den Fluss nicht umgeleitet hätte? Wäre ich vielleicht auch ohne all die Anstrengung an einem guten Ort angekommen?
In diesem Zusammenhang denke ich an das Wort Demut.
Demut ist die Bereitschaft, dem Leben zuzuhören, statt es beherrschen zu wollen – und sich von ihm verwandeln zu lassen.
Mich berührt, dass in diesem Wort Mut steckt. Denn gerade dieses Loslassen, dieses Vertrauen in den Lauf des Lebens, verlangt den größten Mut. Es braucht Mut, nicht alles kontrollieren zu wollen. Mut, das Ungewisse auszuhalten. Mut, anzunehmen, dass das Leben oft weiter sieht als ich selbst.
Demut ist eine leise Stärke, die nicht aus Verbissenheit, sondern aus Vertrauen wächst.
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