wolkig bis heiter

Gedanken zwischen Wolken und Licht

Manche Begegnungen mit Menschen sind wie eine Quelle der Inspiration. Sie bringen etwas in meinem Inneren zum Klingen, das lange still war.

Doch was ist es im Gegenüber, das mein Inneres so tief berühren kann? Ist es nur meine Vorstellungskraft, die angeregt wird, meine Fantasie, die den anderen mit Bedeutung erfüllt? Oder erreicht der Wesenskern eines Menschen tatsächlich meinen eigenen? Vielleicht entsteht eine Verbindung, die sich dem Verstand entzieht und sich dennoch nicht leugnen lässt – eine stille Resonanz, die ich nicht erklären muss, um sie zu erfahren.

Ich erinnere mich an einen Zauberblock aus meiner Kindheit. Auf den ersten Blick schien er leer. Erst wenn man mit dem besonderen Stift sanft über das Papier strich, wurde das verborgene Bild sichtbar.

Manchmal frage ich mich, ob es mit unserem Inneren ähnlich ist. Brauchen wir die Begegnung mit einem Menschen, damit das, was längst in uns angelegt ist, zum Vorschein kommt? Möglicherweise ist das Gegenüber wie jener besondere Stift auf dem Zauberblock: Es erschafft nichts Neues, sondern legt etwas frei, das schon immer in uns verborgen war – ein Bild, das nur darauf wartet, sichtbar zu werden.

Wie kostbar sind jene Begegnungen mit Menschen, die nicht nur mein Leben berühren, sondern etwas in meinem Inneren zum Schwingen bringen. Sie schenken mir nichts Fremdes – vielmehr helfen sie mir, das Eigene in mir zu entdecken.

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